Warum habe ich wieder gekifft?

Kiffen ist ein Ritual des musischen Geistes. Dabei handelt es sich um einen erweiterten Wahrnehmungszustand, welcher Zeit verdreht und ein einzigartiges Körpergefühl mit sich bringt. Ich habe Jahre auf das Kiffen verzichtet, da ich davon überzeugt war, dass ich keinen normalen Umgang mit Cannabis finde. Mittlerweile habe ich mich sehr viel weiter entwickelt und mein Gehirn ist nun ausgereifter. Ich stehe stabiler im Leben und nehme meine Bipolare Störung ernst.

Ich wollte es einfach wieder wissen, wie war es nochmal stoned zu sein? Wie könnte es sich anfühlen, wenn ich jetzt so interessante Menschen kenne, die mir nichts Böses wollen, nicht so wie früher. Deswegen habe ich das ganze durch eine Erfahrung herausgefunden.

Der Mensch mit dem ich gekifft habe ist ein sehr besonderer Mensch für mich, da ich diese Person über eine soziale Initiative kennengelernt habe und wir eigentlich Kollegen sind, nur das ich Jugendlicher des Projekts bin und sie sozusagen ein Teil der Leitung. Deshalb ist es ein großes Wunder, dass wir uns privat sehen und um so mehr, dass wir gemeinsam kiffen.

Kiffen bringt Bereicherung

In meiner Jugend war es Flucht vor der Realität, außerdem war der Rausch stets mit Nikotin verfälscht. Gestern habe ich zwei pure Joints geraucht und Spagetti mit selbst gemachten Pesto gegessen. Es war fantastisch, als würde man aus einem Tag einen einwöchigen Urlaub zaubern.

Quantität entscheidet in meinen Augen direkt über die Qualität. Eine hohe Quantität würde bei mir dafür sorgen, dass ich mich mit meinen Erfahrungen unwohl fühlen würde, sofern ich mir das bewusst machen würde. In Maßen wiederum sorgt die Erfahrung für ein Reizfeuerwerk einer besonderen und ungewohnten Form. Diese Art von Konsum ist für mich äußerst attraktiv. Es soll ein besonderes Erlebnis zu einem besonderen Anlass sein.

Die Wirkung hat unsere Kommunikation zum Teil beschleunigt, zum Teil verlangsamt. Im Großen und Ganzen haben wir sehr tiefgründig und intensiv gesprochen. Es war manchmal etwas skurril, wie tief wir in das Gespräch versunken sind.

Wir hörten 2Pac – Until The End Of Time und realisierten unser sein. Diese neue, andere Zeitwahrnehmung ermöglichte Zugang zu Erinnerungen, ohne dass ich den Zusammenhang verstand. Ich wusste nicht worüber ich sprach und konnte die Informationen aus meinem Gehirn ziehen und aussprechen. Der Beziehung zum Satzanfang war stets eine distanzierte, als ob das Ereignis des Beginns Monate zurück lag.

Lese einen älteren Beitrag zu dem Thema.

 


3 Kommentare

bipobe · April 18, 2018 um 1:56 pm

Sei bitte vorsichtig! Ich bin mittlerweile ziemlich sicher, dass (wenig!) Kiffen bei mir die ein oder andere Phase mit ausgelöst hat. Das isses nicht wert!

    mindcomedy · April 18, 2018 um 1:57 pm

    Das stimmt. Ich habe grade einen guten Überblick über mein Stimmungsbild und werde die Erfahrung nicht zeitnah wiederholen.

      bipobe · April 18, 2018 um 1:58 pm

      Hoffentlich. Die Krankheit lügt einem ja auch gern was vor. Gut

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