Die typische Ambivalenz eines gestörten Menschen. Soll ich, oder soll ich nicht?

Ein Mensch mit einer Bipolaren Störung stellt sich diese Frage möglicherweise öfter im Leben, denn ein Bipolarer Mensch neigt dazu phasenweise alles aufzugeben, woran er vor drei Wochen noch fest geglaubt hat.

Ich habe nun mehr als sechs Wochen ohne Medikamente gelebt und bin nicht tot, hurra. Doch irgendwas ist hier nicht am richtigen Platz, alles ist so verrückt. Wie in einer Wohnung, in der jetzt der Folgemieter wohnt, es ist nicht mehr so wie zuvor, alle Möbel sind anders und verrückt.

Ich habe fest daran geglaubt, dass ich nie wieder Medikamente brauche. Daran habe ich schon bestimmt sieben oder acht mal in meinem Leben geglaubt, dann jedes mal plötzlich nicht mehr. Jetzt ist es wieder so weit, es ist an der Zeit meiner Willenskraft zu sagen: „Hey Kumpel, ich muss gestehen, dass Du toll sein kannst. Aber Du hast mir gezeigt, dass Du es in letzter Zeit wirklich nicht drauf hast, Du bist zu einer faulen Socke geworden.“

Vermutlich werde ich wieder Psychopharmaka einnehmen, abhängig hin oder her, ich habe keine Wahl. Es ist an der Zeit alles dafür zu tun, dass ich stabil bin. Nicht an der Zeit darum zu kämpfen, dass ich mache was ich will. Genau genommen mache ich ja sogar was ich will, nämlich etwas dafür tun, gesund zu werden.

Mein Leben soll kreativ und unabhängig sein, diese kleine Abhängigkeit verhilft mir zu dauerhaftem Zugang zu meinen Energiequelleb.

An alle, die grade in einer nicht so guten Verfassung sind und schonmal Medikamente dieser Art genommen haben:

Kontaktier deinen Psychiater und kümmer dich um Dich, Du hast die Wahl zwischen Leid oder Sonnenschein.


5 Kommentare

Timo Simens · März 7, 2018 um 1:31 pm

Danke für deinen Beitrag, das Video dazu hat mir auch sehr gefallen. Sehr authentisch. Ich werde mal mit meinem Psychiater reden müssen, meine Depression hält schon 2 Monate an.

Babsi · März 21, 2018 um 11:59 am

Ich lese gerade ein interessantes Buch – vielleicht auch für Dich interessant ?! „Was die Seele essen will: Die Mood-Cure“. Es geht um Nährstoffmangel in Verbindung mit Depressionen, Angststörungen und vielen anderen Erkrankungen „des Gehirns“. Ich bin selbst nicht betroffen, ich lese das Buch für einen Familienangehörigen, der mir sehr am Herzen liegt, finde es aber interessant, dass hier mal jemand nicht mit der Psychopharmaka-Keule draufschlägt sondern einen Vitamin-/Nährstoffmangel aufgedeckt hat. Man kann es versuchen und wenn es nicht hilft, kann man immer noch zur Tablette greifen – aber wenn es auf diesem Weg gehen würde, wäre das perfekt. Schau mal bei mir beim „Mittendrin Mittwoch“ vorbei.

LG Babsi

Medikamente: Soll ich oder soll ich nicht | haluise · März 5, 2018 um 7:24 pm

[…] über Medikamente: Soll ich oder soll ich nicht — Mind Comedy […]

Medikamente: Soll ich oder soll ich nicht — Mind Comedy – The Dimension Ger · März 7, 2018 um 2:25 pm

[…] via Medikamente: Soll ich oder soll ich nicht — Mind Comedy […]

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